Historie Flugplatz Schönhagen EDAZ
Bereits in den 20ziger Jahren begannen in Schönhagen die ersten fliegerischen Aktivitäten. Auf der östlichen Anhöhe, dem Löwendorfer Berg, wurden mit selbstgebauten Gleitern und Gummiseil-Katapulten die ersten Flugversuche durchgeführt.
1931 wurde die Anhöhe künstlich aufgeschüttet und 4 Hallen wurden gebaut. Daraus entstand der Segelflughafen Trebbin. Alternativ zu den Gummiseilen entstand die Idee die Gleiter mit Hilfe von Motorflugzeugen in die Luft zu ziehen. Ernst Udet zog als erster in Schönhagen mit einer Klemm 25 das erste Segelflugzeug vom Fuß des Löwenberges in die Luft.
1934 Das Dritte Reich gab den Startschuß für das heutige Flugplatzgelände. Die jüdische Bankiersfamilie Mosse wurde enteignet und verlor ihre Ländereien und Besitztümer rund um Schönhagen. Das dicht bewaldete Gelände wurde gerodet .
1935 zogen die Flieger vom Hügel herab in den ebenfalls enteigneten Gutshof Schönhagen.
1938 konnte der Flugbetrieb beginnen und wurde nun hauptsächlich für die Ausbildung junger Nachwuchsflieger der Luftwaffe im NS Fliegerkorps genutzt. Die jungen Lastenfliegerpiloten kamen von Schönhagen direkt an die Front.
1940 zog man dann in die zwischenzeitlich neu errichteten Verwaltungsräude zwischen Flugplatz und dem Ortsrand von Schönhagen.
1942 Der Flugplatz Schönhagen wird zur Reichssegelflugschule.
1945 Auf alliiertem Befehl wurden alle Flugplatzgebäude zerstört und ein Jahr später 1946 wurden auch alle Segelflugzeuge verbrannt.
Erst viele Jahre später erwachte unter der damaligen DDR Regierung wieder der fliegerische Betrieb in Schönhagen.
1952 Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) wird mit dem Wiederaufbau des Luftsportes beauftragt und somit begannen auch in Schönhagen die Wiederaufbauarbeiten.
1954 Mit einigen Hallen und dem nördlichem Hauptgebäude konnte die Fliegerschule Schönhagen (für Segelflug) ihren staatlichen Ausbildungsauftrag aufnehmen. In den ersten Jahren wurde das Hauptgebäude auch für viele kulturelle Veranstaltungen mitgenutzt. Erst später wurde das Flugplatzgelände hermetisch abgeriegelt und streng bewacht. Dieses änderte sich erst wieder mit der Wiedervereinigung.
1956 Neben der hauptsächlichen Segelflugausbildung kam nun auch die Ausbildung für Motorflug und Fallschirmsprung nach Schönhagen. Auch ausländische Piloten z.B. aus Kuba, Ägypten und dem Irak wurden in Schönhagen ausgebildet.
1974 wurde von der GST ein Kombinat aus 4 Schulen (Fliegerschule, Funktionärsschule, Modellsportschule und Nachrichtensportschule) gegründet. Nun waren in Schönhagen ständig rund 100 Schüler stationiert.
1979 häuften sich Fälle von Republikflucht. In Folge dessen wurde auf den umliegenden Flugplätzen der Ausbildungsbetrieb eingestellt. Neben Jahnsdorf bei Chemnitz verblieb Schönhagen als einziger Flugplatz für die Motorflugausbildung. Die Flugzeuge und Flugschüler wurden nach Schönhagen verlegt und die Ausbildung konzentrierte sich auf den Pilotennachwuchs für die Streitkräfte. In Schönhagen wurden den Flugschülern die ersten fliegerischen Schritte beigebracht und auf Motorflugzeugen ausgebildet.
1990 brachte die Wiedervereinigung das Ende der staatlichen GST Fliegerschulen, somit auch für Schönhagen. Das Gelände wurde von der Treuhand übernommen. Noch im gleichem Jahr wurde von den umliegenden Gemeinden die erste Flugplatzgesellschaft Schönhagen mbH gegründet.
1995 erwarb der Landkreis Teltow Fläming das Gelände von der Treuhand und übernahm auch die kleinen Gesellschafteranteile. Heute hält der Landkreis 99,54 % der Anteile. Den restlichen Anteil hält die Stadt Trebbin. Eine asphaltierte, 1200 m lange Start- und Landebahn, ein neues Vorfeld und der neue Tower wurden gebaut.
2002 Der Ausbau an neuen Hallen und die Kernsanierung der alten Gebäude schreitet weiter voran. Das Empfangsgebäude mit Cafe-Restaurant wird fertiggestellt. Der neue Luftfahrt- Technologiepark Schönhagen zieht viele Firmen nach Schönhagen.
2008 Es wurden zwischenzeitlich viele Erweiterungen und Modernisierungen durchgeführt. Die Asphaltierung der Nord-Süd Piste, neue Flugzeug-Parkbuchten, neue Hallen, Erweiterung der beleuchteten Rollwege und die Verlängerung der Hauptstart- und Landebahn auf 1550 m.
Schönhagen erfüllt die neusten nationalen und internationalen Anforderungen. Auf 30.000 m² Gewerbefläche sind heute 28 Unternehmen angesiedelt (mit steigender Tendenz). Sechs Ausbildungsbetriebe haben Schönhagen seit der Wende wieder zum größten Ausbildungsplatz Deutschlands gemacht.
Die Zukunft
Schönhagen kann optimistisch in die Zukunft schauen.
Mit 45.000 Flugbewegungen gehört Schönhagen heute bereits zu den wichtigsten Flugplätzen von Deutschland.
Zwei Drittel davon sind gewerbliche Flüge. Durch die Nähe zu Berlin entwickelt sich Schönhagen für Flugzeuge bis 12 Tonnen Abfluggewicht zum wichtigsten Entlastungsflugplatz für den neuen Hauptstadt-Airport BBI.
Stand: August 2008
Quelle: www.edaz.de

