Flugschule Hans Grade

Reisebericht Casablanca 2004 (7)

7. Tag - Sonntag, 22.08.04

1. Tagesetappe 204,7 NM
LESB (Mallorca) LFMK (Carcassonne)

2. Tagesetappe 295,2 NM
LFMK (Carcassonne) LFGI (Dijon)

Son Bonet 10.30 Uhr –
wir sind pünktlich da, sogar der Tankwart hat ausgeschlafen und bereits um 10.55 Uhr fließt der erste Sprit. Wetter ist wiederum traumhaft, fliegerisch CAVOK, wir werden richtig verwöhnt und die Etappe nach Dijon mit Zwischenlandung in Carcassonne ist perfekt vorbereitet – nur dann streikt der Anlasser der GV. Alle Versuche, ihn zur Arbeit zu überreden, fruchten nichts – der Motor wird per Handbetrieb angeworfen und so kommen auch die letzten in die Luft.
Zwischenlandung in Carcassonne; Formation ETTA“ (ETTA +EHGQ) wartete schon eine halbe Stunde in Carcassonne auf die schnellen Robins: tanken ohne Wartezeit, jeder ein schnelles petit baguette zur Stärkung, dann geht’s weiter zum Rollhalt nachdem wir die wake turbulances der vor uns startenden Boing 737 von Ryan Air abgewartet haben. Ein herrlicher Blick auf die Altstadt von Carcassonne, dann drehen wir ab Richtung Nordosten mit unserem Ziel Dijon. Die Controller in Frankreich sind gewohnt hilfsbereit und noch im Flug ändern wir den Kurs, crossing Luftraum D von St. Etienne approved, direct CC VOR in 6500ft über das Massive Central ist problemlos möglich. Außerdem ist es Sonntag und die vielen Beschränkungsgebiete sind nicht aktiv – auch die Tiefflugbänder der französischen Luftwaffe sind heute Miragefrei.
Wir genießen den Flug, verstärken aber die Luftraumbeobachtung, nachdem wir feststellen, dass auch noch andere Flieger, inclusive einiger Kunstflieger, das schöne Wetter ausnutzen.
Aufgeschreckt werden wir ca. 10 Minuten vor Dijon durch Thomas´ Ruf: Düsenjäger, Düsenjäger!! Selbst die hinten Sitzenden, die etwas Schlaf nachgeholt haben, suchen angestrengt den Himmel ab – nichts zu sehen.
Des Rätsels Lösung ist ein Airpark in der Nähe eines Schlosses, in dem die Umrisse von ca. 20 am Boden geparkten Düsenjägern erkennbar sind – also Vollkreis, Kameras anlegen und Unmengen von Foto´s schießen.

In Dijon Darois landen wir ohne Flugleiter, geht problemlos und auch der Seitenwind hält sich zurück.

Der örtliche Fliegerclub versorgt uns sofort mit Sprit, die Flugzeuge werden verschachtelt abgestellt und mit Steinen zusätzlich gegen Wegrollen gesichert.
Unsere Flugzeuge fühlen sich wie zu Hause, sind doch am Platz Dijon Darois die Robin Werke beheimatet, allerdings im August wegen Betriebsferien komplett geschlossen.
Wir hätten uns gerne die Herstellung der uns ans Herz gewachsenen Robin´s angesehen. Vielleicht klappt es ein nächstes Mal.

Thomas verabredet den Austausch des Anlassers der GV für den nächsten Morgen, ein Hotel ist parallel schnell organisiert und uns erwartet unser Abschlussessen.
Das beste Haus am Platz soll es sein, mit einem original französischen Menue.
Wir entpuppen uns eher als Gormands, denn als Gourmets, muss doch das obligatorische Bier vor dem Essen unseren Durst stillen.